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Fakten und Daten
Studien
November 2008- Studie zur Finanzierung des Sports - Zusammenfassung
Hintergrund und Kontext der Studie
Im 'Weißbuch Sport 2007' würdigte die Europäische Kommission (EC) kürzlich die wichtige Rolle des Sports innerhalb der europäischen Gesellschaft. Eines der skizzierten Schlüsselthemen war das Thema "Bessere Absicherung der öffentlichen Unterstützung für den Sport".
Die Kommission kam zu dem Schluss, dass in vielen Mitgliedsstaaten der Sport zumindest teilweise durch eine Steuer oder Abgabe auf staatliche oder staatlich kontrollierte Glücksspiele oder Lotterien finanziert wird. In der Folge forderte die Kommission die Mitgliedsstaaten dazu auf, darüber nachzudenken, wie ein nachhaltiges Finanzierungsmodell für die langfristige Unterstützung der Sportorganisationen am besten beibehalten und weiterentwickelt werden könne.
Zur Unterstützung dieser Anfrage gab die französische Regierung kürzlich eine eigene Studie über die öffentliche und private Finanzierung von Sport in ganz Europa in Auftrag, die im Mai 2008 begonnen wurde. Die Zusammenfassung dieser von Amnyos Consulting durchgeführten Studie wurde kürzlich bei einem Treffen der EU Generaldirektoren im Bereich Sport am 30. und 31. Oktober in Versailles zur Verfügung gestellt, und man kann davon ausgehen, dass sie auch auf dem EU Meeting aller für den Sport zuständigen 27 Minister am 27. und 28. November in Biarritz vorgestellt werden wird.
Vor diesem Hintergrund beauftragte die EGBA die Beratungsagentur Sportsbusiness mit der Durchführung einer eigenen, unabhängigen überprüfung der Daten, die zunächst in zwei Mitgliedsstaaten (Vereinigtes Königreich und Frankreich) durchgeführt werden sollte. Die Wahl fiel auf jene beiden Länder, da diese als entgegengesetzte Pole eines Kontinuums, das auf der einen Seite ein staatliches Monopol und auf der anderen einen wettbewerbsorientierten Glücksspielmarkt repräsentiert, wahrgenommen werden. Ziel war, die Fakten so zu präsentieren, wie sie vorgefunden werden, sowie die qualitative Kommentierung der gesammelten Daten.
Ziel der Studie
Man hatte sich auf das folgende Ziel der Studie geeinigt:
- Analyse der Finanzierungsmodelle der Glücksspielindustrie in Frankreich und im Vereinigten Königreich (UK) und ihres Gesamtbeitrags zur Finanzierung des Sports (einschließlich des Breitensports);
- Vergleichsanalyse der zwei untersuchten Rechtssprechungen - basierend auf einer Gegenüberstellung vergleichbarer Fakten;
- Bestimmung des Umfangs, in dem der Breitensport von den vielfältigen anderen Finanzierungsquellen profitiert, die beiden Mitgliedsstaaten zur Verfügung stehen (z.B. Sportwerbung, kommerzielle Sponsoren, Erteilung von TV-Rechten, etc.); und
- Schlussfolgerung darüber, ob zusätzlicher Wettbewerb im Glücksspielsektor als nachteilig oder nicht nachteilig für die oben genannten Finanzierungsmodelle angesehen wird.
Ergebnisse
Sportsbusiness analysierte die Modelle zur Sportfinanzierung in UK und in Frankreich sowohl nach der "Top down"- als auch nach der "Bottom up"-Methode. Die "Top down"-Analyse erfolgte zur Bestimmung des Beitrags, der Höhe, der Ziele und der Art der Finanzierung durch die Glücksspielindustrie für jede Sportart pro Land, die "Bottom up"-Analyse zur Bestätigung der Bedeutung der Finanzierung aus der Glücksspielindustrie (sowie anderer relevanter Bereiche) für 8 bis 10 der beliebtesten Sportarten, die in beiden Ländern ausgeübt werden.
In der endgültigen Analyse wurden in UK 13 und in Frankreich 9 bedeutende Sportarten bewertet. Insgesamt repräsentierten sie fast 80 % aller Lotteriefinanzierungen, die gegenwärtig in beiden Mitgliedsstaaten für den Sport aufgewendet werden.
Die Studie kam im Ergebnis zu 7 Erkenntnissen hinsichtlich der Quantität sowie 5 Erkenntnissen hinsichtlich der Qualität.
'7 Erkenntnisse hinsichtlich Quantität'
- Wichtige strukturelle Unterschiede zwischen den Sportfinanzierungsmodellen in UK und in Frankreich - Es gibt sehr große strukturelle Unterschiede zwischen den Sportfinanzierungsmodellen in UK und in Frankreich. Das britische Modell ist offen und "unternehmerisch orientiert", und profitiert von den Investitionen durch etwa 44 unterschiedliche Finanzierungsstellen, während das französische Modell hauptsächlich auf staatlich kontrollierter Unterstützung basiert, wobei der "offizielle" Beitrag der Haushalte tatsächlich jährlich bei €15,180 Mill. (oder 1,59 % aller Haushaltsausgaben) liegt.
- Ähnliche Gesamtausgaben - Trotz der strukturellen Unterschiede ist der Gesamtbetrag der Finanzierung bei einer echten Gegenüberstellung der entsprechenden Gegebenheiten relativ ähnlich. Er liegt bei jährlich € 25.735 Mill. in UK und € 28.770 Mill. in Frankreich. Die Haushaltsausgaben stellen den größten Beitrag mit durchschnittlichen jährlichen Ausgaben von 2,8 % in UK und 1,59 % in Frankreich dar. Pro Kopf der Bevölkerung beträgt die Unterstützung € 421 in UK und € 451 in Frankreich.
- Ähnliche Lotteriebeiträge für den Sport - Im Zeitraum von 2004 bis 2007 wurden 4,5 % der nationalen Lotterieumsätze in UK direkt dem Sport zugeteilt. Im gleichen Zeitraum betrug der Beitrag von La Française des Jeux (FDJ) für den Sport 3,8 %.
- Unterschiedliche Art der Lotteriebeiträge an den Sport - Während der Hauptteil der über die Lotterie finanzierten Beiträge in beiden Ländern strukturierten Programmen zufließt, beinhaltet das französische Modell auch die Direkteinstellung von etwa 7.292 Mitarbeitern einschließlich 1.571 Trainer durch den Staat (für die Verbände) zu Gesamtkosten von etwa € 99,0 Mill. im Jahr 2007.
- 'Top Down'-Analyse zeigt deutliche Unterschiede bei den Beiträgen der Glücksspielindustrie zum Breiten- und Leistungssport - Durch unsere 'Top Down'-Analyse fanden wir heraus, dass jeder der untersuchten französischen Verbände im Jahresdurchschnitt € 4,8 Mill. der Finanzierungen durch die Glücksspielindustrie erhielt, wobei 33,3 % dieser Summe dem Breitensport and 66,7 % dem Leistungssport zuflossen. In UK profitierten die NGBs (Non Governmental Bodies) von einer höheren Summe von jeweils €6,4 Mill., wobei 56,3 % dem Breitensport und 43,7 % dem Leistungssport zuflossen.
- 'Bottom Up'-Analyse zeigt: 'bessere Bedingungen' für den Sport in UK - Unserer 'Bottom Up'-Analyse entnahmen wir, dass der durchschnittliche Jahresetat je NGB in UK € 80,1 Mill. betrug, im Vergleich zu € 46,4 Mill. in Frankreich. Davon stellte die kommerzielle Finanzierung mit 67,4 % der Einkünfte in Frankreich, und 65,4 % der Einkünfte in UK die wichtigste Einkommensquelle dar; der aus dem Glücksspiel stammende Anteil betrug in Frankreich 10,2 % der Einkünfte, in UK nur 7,9 %.
- Beitrag zusätzlicher kommerzieller Betreiber in UK - Schließlich steuerte im Zeitraum von 2004 bis 2007 die kommerzielle Glücksspielindustrie in UK etwa € 164 Mill. zusätzliche Geldmittel zur Sportfinanzierung bei (entspricht € 41 Mill. jährlich). Der größte Anteil dieser Ausgaben bezog sich auf den Fußball, der in diesem Zeitraum schätzungsweise € 133 Mill. oder € 33 Mill. pro Jahr erhielt.
(Absatz 4.39, S. 44)
(Abb. 6, S. 21; Abb. 30, S. 45)
(Abb. 50, S. 55)
(Absatz 4.51, S. 48)
(Abb. 54 und Absatz 5.8, S. 57)
(Abb. 59, S. 59 und Absatz 5.11, S. 59)
(Absatz 3.81, S. 35)
'5 Erkenntnisse hinsichtlich Qualität'
- 'Flexibler' Einsatz von Geldmitteln aus der Glücksspielindustrie zur Unterstützung des Sports in Frankreich - Obwohl es in Frankreich einen separaten "Lotterietopf" gibt - das Centre National pour le Development du Sport (CNDS) - werden diese Geldmittel effektiv vom Ministerium für Jugend, Sport und Verbandswesen dazu verwendet, die vorhandene Finanzierung durch die Staatskasse 'aufzubessern', anstatt sie als Quelle für selbstständige Finanzierungsanträge anzusehen.
- Zu starke Abhängigkeit von der staatlichen Finanzierung des Sports in Frankreich ruft nach Veränderung - Bezüglich des französischen Sportsystems wird zunehmend der Wunsch nach Entwicklung zusätzlicher externer Einkünfte für die führenden französischen Sportverbände (besonders als Folge der Olympischen Spiele in Peking 2008) geäußert, und zwar von den folgenden Institutionen oder Verbänden:
- Ministerium für Jugend, Sport und Verbandswesen - da das Ministerium der Meinung ist, dass sich seine Subventionen an den Sport real erhöhen, während die Mitgliederzahlen in den Verbänden sinken (besonders aufgrund der wachsenden Anzahl an Leuten, die unverbindlich und nur gelegentlich Sport treiben, ohne dabei auf Dachverbände zurückzugreifen);
- Der Profisport (insbesondere Fußball und Basketball) - da mehr Geldmittel erforderlich sind, um die besten Spieler (und Trainer) in den französischen Clubs zu halten; und falls diese für das französische Nationalteam spielen, um die Versicherungsprämien der Spieler für den Fall schwerer Verletzungen abzudecken;
- INSEP (Institut National du Sport et de l'Éducation Physique) - denn obwohl dieses Institut bezüglich der Finanzierung seines gegenwärtigen Sportstättenrenovierungsprogramms schon jetzt von der Unterstützung durch den privaten Sektor profitiert, ist es dennoch darüber besorgt, dass zur Aufrechterhaltung seines allgemein anerkannten hohen Standards und zur Vermeidung eines Zurückfallens hinter die weltweit geltenden Standards Einkünfte erforderlich sein werden, die weit über den gegenwärtigen staatlichen Finanzierung liegen.
- Olympischer Sport (insbesondere Tischtennis) - weil hier die Athleten durch Einführung von innovativen 'partnerschaftlichen' Talententwicklungsprogrammen mit auf diesem Gebiet führenden Ländern (z. B. China) gefördert werden sollen.
- Italien - 'keine spürbare' Veränderung im Zusammenhang mit der regulierten öffnung des Marktes - Hinsichtlich des obigen Punktes ermittelten wir während unserer Sekundärforschung, dass es in Italien seit der regulierten öffnung des Sportwettenmarktes im letzten Jahr zu keiner wahrnehmbaren Substitution der vorhandenen Glücksspielprodukte gekommen ist.
- UK - 'geringe und temporäre' Veränderung im Zusammenhang mit der regulierten Marktöffnung - In ähnlichem Maße ließ sich im Rahmen der Einführung der nationalen Lotterie in der Mitte der 1990er Jahre in UK beobachten, dass selbst wenn eine anfängliche Substitution eines alten Produktes durch ein neues auftritt, dieser Effekt wahrscheinlich nur gering sein wird, viele Veränderungen auf den Reiz des Neuen zurückzuführen sind und langjährige Spieler mit der Zeit zu ihren alten Gewohnheiten zurückkehren.
- UK stellt dem Sport einen prozentuell höheren Anteil der Glücksspielumsätze zur Verfügung als Frankreich und Deutschland - In einem Dreiländervergleich mit Deutschland, das als einer der großen Staaten in unserer übersicht von 16 europäischen Ländern mit Glücksspielindustrie kurz analysiert wurde, stellten wir fest, dass das Finanzierungsmodell in UK dem Sport mit 4,5 % den prozentuell höchsten Anteil der Glücksspielumsätze zur Verfügung stellt, verglichen mit 3,8 % in Frankreich und 0,6 % in Deutschland.
(Absatz 4.18, S. 40, und Absatz 4.45, S. 47)
(Absatz 4.38, S. 44 und Absatz 4.33, S. 43)
(Absätze 6.8-6.11, Seiten 62-63)
(Absätze 6.14-6.15, S. 63)
(Abb. 64, S. 64)
Hier finden Sie den Link zum Studien-Volltext auf Englisch: full study.
Für:
European Gaming and Betting Association
Von:
sports business
Contact: David Henwood, Director
+44(0)7958 712764
david@davidhenwood.com
