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Verhaltenskodex zu Sportwetten für Sportler
1. Einführung
Der vorliegende Verhaltenskodex legt die zentralen Grundsätze zur Wahrung der Integrität im Sport sowie für Sportwetten fest und gibt entsprechende Verhaltensratschläge für Sportler in ganz Europa.
Dieser Verhaltenskodex wurde gemeinsam von EU Athletes, vom Verband der europäischen Online-Glücksspiel- und -Wettanbieter (EGBA), von der Remote Gambling Association (RGA) und der European Sports Security Association (ESSA) erarbeitet. Er soll nationale Gesetze und sportspezifische Vorschriften ergänzen.
Der Kodex soll ein umfassendes und angemessenes Aufklärungsprogramm für Sportler unterstützen. Dieses Programm bietet nützliche auf verschiedene Sportarten und Länder zugeschnittene Hinweise. Mittels Beispielen werden unterschiedliche Situationen erklärt. Damit der Verhaltenskodex seine Gültigkeit behält, wird er regelmäßig aktualisiert.
2. Leitlinien
a) Machen Sie sich mit den Regeln vertraut
Informieren Sie sich bei Ihrem Verein oder Sportverband über die Regeln für Sportwetten in Ihrer Sportart und Ihrem Land. Für viele Sportarten und Länder gibt es bestehende oder geplante Vorschriften zu Sportwetten, die Sie kennen müssen – auch wenn Sie selbst keine Wetten abschließen. Lassen Sie sich diese Vorschriften auf verständliche Art und Weise erklären, idealerweise in einem persönlichen Gespräch und unter Zuhilfenahme von Merkblättern und Online-Materialien.
b) Wetten Sie nicht auf sich selbst oder Ihren Gegner
Als Profisportler dürfen Sie grundsätzlich niemals Wetten über Spiele abschließen, an denen Sie oder Ihre Mannschaft beteiligt sind. Dies würde zu einem möglichen Interessenkonflikt führen, der mit der Integrität in Ihrem Sport nicht vereinbar ist. Zu den Verhaltensweisen, die Sie unbedingt unterlassen müssen, zählen insbesondere auch das Wetten auf Sieg oder Niederlage von Spielen und auf Gleichstand, aber auch Nebenwetten, die sich nicht auf das Ergebnis des Spiels beziehen. Diese Wetten mögen zwar nicht den Ausgang des Spiels beeinflussen, könnten aber Sie und Ihren Sport in Misskredit bringen, und Sie könnten damit nationales Gesetz und/oder spezielle Verordnungen brechen.
Wenn Sie auf sich selbst oder Ihre Gegner Wetten abschließen, riskieren Sie Ihr positives Image in der Öffentlichkeit und Ihren professionellen Ruf, eine (möglicherweise lebenslange) sportliche Sperre oder zumindest Sanktionen den Verlust Ihres Arbeitsplatzes und sogar ein strafrechtliches Verfahren.
c) Wetten Sie nicht auf Ihre eigene Sportart
Auch Wetten auf Spiele in Ihrer Sportart, an denen Sie nicht selbst teilnehmen, können regelwidrig sein. Es ist davon auszugehen, dass Sie mit vielen Sportlern Ihrer Sportart bekannt oder befreundet sind, und es ist daher zu empfehlen, dass Sie auf jegliche Wetten in Ihrer Sportart verzichten. So vermeiden Sie mögliche Probleme bereits im Vorfeld. Empfehlenswert ist auf jeden Fall ein Blick in die Verträge und Vorschriften, denen Sie unterliegen.
Anmerkung: In manchen Sportarten wird es als die einfachste und beste Lösung angesehen, Sportlern Wetten auf ihre eigene Sportart grundsätzlich zu untersagen. Um sicher zu gehen wetten Sie nie auf Ihre eigene Sportart, bevor Sie mit Ihrem Sport- und/oder Spielerverband gesprochen und abgeklärt haben, was erlaubt ist.
d) Gehen Sie achtsam mit vertraulichen Informationen um
Als Sportler verfügen Sie über Informationen, die der Öffentlichkeit noch nicht zugänglich sind – etwa dass der Star Ihrer Mannschaft verletzt ist oder der Trainer einen angeschlagenen Flügelspieler einsetzt. Dieses Wissen wird als vertrauliche oder Insider-Informationen angesehen. Es wäre wahrscheinlich für die Menschen von Nutzen, die auf Ihre Sportart wetten und sich einen unfairen Vorteil sichern wollen.
Grundsätzlich ist es nicht schlimm, dass Sportler über diese sensiblen Informationen verfügen; wichtig ist, wie sie damit umgehen. Den meisten Sportlern ist klar, dass sie die Mannschaftsstrategie niemals außerhalb Ihres Klubs oder Teams besprechen sollten. Das Gleiche gilt für andere vertrauliche Informationen.
Es ist durchaus möglich, dass die für Ihre Sportart geltenden Regeln sich auch auf Insider-Informationen beziehen. Die folgenden Richtlinien sollen Ihnen helfen, Unklarheiten aus dem Weg zu räumen:
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Sie sollten vertrauliche Informationen über sich selbst, Ihre Mannschaft oder Ihre Sportart nie gegen Bezahlung, Geschenke oder Gefälligkeiten weitergeben.1
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Es sieht verdächtig aus, wenn Sie einer Person, die nicht zu Ihrem Klub oder Ihrem Team zählt, laufend Informationen weitergeben, auch wenn Sie keine offensichtliche Gegenleistung dafür erhalten.
e) Spielmanipulation: ein absolutes Tabu
Versuchen Sie nie, aus welchem Grund auch immer, den Spielverlauf in irgendeiner Weise zu beeinflussen. Bringen Sie sich nicht in eine Situation, in der Sie genötigt oder gezwungen sind, den natürlichen Spiel- oder Eventverlauf zu manipulieren.
Schnelle, einfache Gewinne gibt es nicht. Jedes Fehlverhalten hat schwerwiegende Konsequenzen für Sie und Ihr Team. Manipulationen eines Teil- oder Endergebnisses verstoßen immer gegen die Regeln des Sports und sind illegal. Die Manipulation eines Sportevents kann schwere strafrechtliche Konsequenzen für Sie haben und, zu einer lebenslangen Sperre in Ihrer Sportart führen.
Setzen Sie sich daher keinem Risiko aus:
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Lassen Sie sich nicht manipulieren – skrupellose Personen können versuchen, durch Gefälligkeiten oder Drohungen eine persönliche Beziehung zu Ihnen aufzubauen, die sie dann zu ihrem Vorteil und möglicherweise sogar durch die Manipulation von Events ausnutzen. Dies gilt insbesondere für Geschenke oder Kredite sowie, besonders im Fall von jungen, erfolgsorientierten Sportlern, Beratung und Unterstützung.
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Wenn Sie sich unwohl dabei fühlen, dass Ihnen derartige Angebote gemacht werden, sollten Sie unbedingt mit jemanden darüber reden, beispielsweise mit Ihrem Trainer, einem erfahrenen Spieler oder Ihrem Spielerverband.
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Achten Sie darauf, niemandem größere Summen zu schulden und niemandem zu viel Einfluss über Sie selbst einzuräumen. Dies kann sonst dazu führen, dass skrupellose Menschen versuchen, Sie gegen Geld oder sonstige Unterstützung zur Manipulation von Sport-Events zu bewegen.
f) Schlagen Sie Alarm bei unlauteren Angeboten
Sollte jemand mit dem Angebot an Sie herantreten, ein Spiel oder Teile eines Spiels zu manipulieren, kontaktieren Sie unverzüglich Ihr Team und/oder Ihren Verband. Dasselbe gilt dann, wenn Ihnen jemand für Insider-Informationen Geld oder sonstiges Entgelt anbietet.
Sollten Sie in irgendeiner Form bedroht werden oder sich bedroht fühlen, zögern Sie nicht sich
jemandem anzuvertrauen. Die Polizei und nationale Gesetze sind dazu da Sie zu schützen. Ihr Club und/oder Ihr Verband werden Sie unterstützen.
In einigen Sportarten gibt es explizite Vorschriften für Athleten, über Angebote, das Spielergebnis zu manipulieren, sofort Bericht zu erstatten.
3. Allgemeine Ratschläge
a) Familie und Freunde
Wenn Ihre Familie oder Freunde selbst wetten oder mit betrügerischen Personen in Kontakt stehen, kann das für Sie zu einem Problem werden.
Wenn Ihr/-e Lebenspartner/-in darauf wettet, dass Sie gewinnen oder verlieren, kann diese Wette bis zu Ihnen zurückverfolgt werden und Verdacht erwecken und dazu führen, dass Sie suspendiert werden.
b) Aufdeckung von Manipulation – gehen Sie kein Risiko ein
Gehen Sie kein Risiko ein. Online-Wettanbieter (über Internet, Handy oder i-TV) nutzen ausgefeilte Sicherheitsvorkehrungen, mit denen alle auffälligen Wettvorgänge zurückverfolgt und Sportverbänden oder nationalen Behörden gemeldet werden können.
Die European Sports Security Association (ESSA) überwacht auffällige Wettmuster und informiert Sportverbände und Wettanbieter dank ihres Frühwarnsystems zeitnah darüber. Zusätzlich haben die Wettanbieter auch direkte Abkommen mit Sportverbänden, um Informationen zu möglichen Manipulationen möglichst rasch teilen zu können. Mit modernen Informationstechnologien können die regulierten EU-Wettanbieter Ihre Wetten zum Zweck der Betrugsprävention aufzeichnen und nachverfolgen.
Auch einzelne Offline-Wettshops verfügen über zentralisierte Sicherheitssysteme, um Manipulationen zu verhindern.
c) Verantwortungsvolles Wetten
Der Abschluss von Wetten durch Minderjährige ist illegal. Wenn Sie jünger als 18 Jahre sind (oder jünger als 21 Jahre, je nach Staatsangehörigkeit), dann ist es Ihnen nicht erlaubt, den Zugang unter Ihrem eigenen Namen oder dem Namen eines Dritten online oder offline zu wetten.
Wetten Sie nie mehr, als Sie es sich leisten können. Wenn Sie Unterstützung oder Beratung benötigen, wenden Sie sich bitte an Ihren Spielerverband. Zudem finden Sie auf Wettseiten stets auch eine Telefonnummer für eine vertrauliche Beratung.
d) Reden Sie über Ihre Zweifel
Wenn Sie den Eindruck haben, dass etwas nicht mit rechten Dingen zugeht, hören Sie auf Ihr Gefühl und sprechen Sie mit jemandem darüber, beispielsweise mit Ihrem Trainer, Ihrem Verein oder dem Spielerverband. Legen Sie Aufzeichnungen dazu an.
Bei Unklarheiten zum Thema Sportwetten ist es grundsätzlich immer am besten, Rat einzuholen und keinen Verstoß gegen das Gesetz zu riskieren. Ihr Spielerverband ist für Sie da und hilft Ihnen gern weiter.
1 Dies bezieht sich nicht auf Interviews mit den Medien.
Download Broschüre Verhaltenskodex zu Sportwetten für Sportler.
